08. April 2016

Ladies in Black stellen Insolvenzantrag

Szenario der Vorsaison soll vermieden werden

Der Volleyball-Bundesligist Ladies in Black Aachen sieht sich gezwungen, aufgrund der nach wie vor sehr schwierigen wirtschaftlichen Situation die Konsequenzen zu ziehen und hat beim Amtsgericht Aachen einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt.

Bereits in der abgelaufenen Saison gab es große Schwierigkeiten, den Etat zu decken. Letztlich konnte die Saison 2015/16 nur dank der Spendenfreudigkeit von vielen Sponsoren, die ihr finanzielles Engagement erhöht haben, sowie vieler Fans („Aktion Klenkes hoch“) beendet werden. Trotz vielfältiger Bemühungen in alle Richtungen gelang es zuletzt den Verantwortlichen jedoch nicht, ein seriös zukunftsfähiges finanzielles Konzept für eine weitere Spielzeit in Liga eins zu entwickeln. „Ein Szenario wie in der Vorsaison wollen wir auf keinen Fall wiederholen“ so PTSV-Vorsitzender Dr. Frank Schidlowski.

Schwer zu schaffen machte den Aachenern insbesondere die Umsetzung des von der Volleyball-Bundesliga geforderten Masterplans. Alleine dieser bescherte Aachen in den letzten Jahren erhebliche Mehrkosten. Für die kommende Spielzeit z.B. verlangt die Liga verpflichtend für alle Bundesligisten einen teuren Spezialboden („Gerflor-Boden“) als Spielfläche – ohne Fremdlinien anderer Sportarten. Dieser Boden würde erneut eine Investition für die Ladies in Black verursachen. Und dieses Geld könnte dann nicht in den Spielerinnenkader investiert werden. Zum 30. Juni 2016 wird voraussichtlich ein Verbindlichkeitsvolumen von 160.000 € aufgelaufen sein.

Professor Dr. Martin Dreschers wurde vom Amtsgericht Aachen zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Von dortiger Seite wird derzeit geprüft, welche Aussichten für eine Fortführung des Geschäftsbetriebs bestehen. Löhne und Gehälter sind auf jeden Fall bis zum 30.6. des laufenden Jahres gesichert.

Den Verantwortlichen des PTSV Aachen ist wichtig, dem über die vielen Jahre treuen Volleyballpublikum in der Neuköllner Straße trotzdem weiterhin interessanten Frauen- Volleyball anzubieten. Der Verein beabsichtigt daher, eine schlagkräftige Frauen-Mannschaft in der 3. Liga oder Regionalliga (4. Liga) anzumelden und somit der seit Jahren erfolgreichen Jugendarbeit und den daraus erwachsenden jugendlichen Spielerinnen eine sportliche Heimat geben zu können.

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